MPU Mysophilie - disqualifizierend?
Mysophilie diagnostiziert. Disqualifiziert das?
Mysophilie diagnostiziert. Disqualifiziert das?
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass eine Diagnose wie Mysophilie (sexuelle Vorliebe für Schmutz oder Dreck) allein in der Regel nicht automatisch zur Disqualifikation bei einer MPU führt. Die medizinisch-psychologische Untersuchung prüft in erster Linie, ob Sie aus medizinischer oder charakterlicher Sicht geeignet sind, ein Fahrzeug sicher zu führen. Entscheidend ist vor allem, ob durch die Diagnose eine konkrete Gefährdung im Straßenverkehr besteht oder ob dadurch Ihr Verhalten im Straßenverkehr beeinflusst wird. Wenn Ihre Mysophilie keinerlei Einfluss auf Ihr Fahrverhalten hat, keine Kontrollverluste, Zwangshandlungen oder andere Auffälligkeiten im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr vorliegen, sollte dies für die MPU keine disqualifizierende Rolle spielen. Wichtig ist, dass Sie im Gespräch ehrlich sind, die Diagnose offen ansprechen und gegebenenfalls erklären können, dass diese Neigung Ihr Fahrverhalten nicht beeinträchtigt. Falls Sie sich aktuell in therapeutischer Behandlung befinden, kann es hilfreich sein, eine Stellungnahme Ihres Therapeuten mitzubringen, die dies untermauert. Sollte jedoch durch die Mysophilie ein Zusammenhang zu Ihrem Delikt oder zu riskantem Verhalten im Straßenverkehr bestehen (zum Beispiel, wenn Sie im Zusammenhang mit Ihrer Neigung bereits auffällig geworden sind), wird die MPU dies genauer prüfen. In solchen Fällen kann es notwendig sein, Ihre persönliche Auseinandersetzung und ggf. therapeutische Maßnahmen nachzuweisen. Insgesamt ist Offenheit und Reflektion hier der Schlüssel, und die Diagnose allein ist kein automatisches Ausschlusskriterium.
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